„Ärzten geht es gut”, so ist immer noch die landläufige Meinung. Tatsache aber ist, dass Ärzte einen Teil des Krankheitsrisikos ihrer Patienten mitfinanzieren müssen, was eigentlich Aufgabe der Krankenkassen wäre: Überschreiten die Medikamentenkosten einen von den Kassen festgelegten Wert, wird die Gesamtvergütung der Kassenärzte um diesen Betrag verringert. Im Jahr 2005 drohten die Kassen mit einer Kürzung um 6 % (nach dem Protest vom 9.11. wieder rückgängig gemacht).
Moderne Medizin kostet mehr Geld – Menschen werden älter und benötigen mehr ärztliche Leistungen, chronisch Kranke leben dank moderner Medikamente länger. Eine festgelegte Gesamtvergütung wird diesem Bedarf nicht gerecht; schon eine Grippewelle kann zusätzliche Kosten verursachen. Viele – vor allem hausärztliche – Praxen arbeiten am Rande der Wirtschaftlichkeit; insbesondere Einzelpraxen sind betroffen.
Die Interviews wurden am 9.11.2005 in der Sendung „WDR aktuell” um 12.45 Uhr gesendet.